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Jutta Kempf-Mack

* 23.08.1948
† 20.02.2014
Erstellt von Zeit des Gedenkens
Angelegt am 25.02.2014
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Kondolenzen (2)

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Kondolenz

Dr. Jutta Kempf

06.05.2015 um 13:18 Uhr von vrs

Nada te turbe, Taizé  W., 20.02. / 25.04.2015

Dr. Jutta Kempf, erste Apothekerin in Klaus Hegeweins „Rosen-Apotheke“ in Wolfschlugen,  Ottilie Wildermuths „W.“, in der Nürtinger Str. 40, wird vielen in W. in guter Erinnerung  bleiben, auch mir. Mit G. Wagner hat sie für ihre Apotheke in W. in der Nürtinger Str. 4 einen sehr geschätzten Nachfolger gefunden. Die Tochter einer Cousine meiner Mama arbeitete in ihrer Apotheke als Pharmazeutisch-technische Angestellte mit.

1989 bis 1994 engagierte sich Dr. Jutta Kempf als Mitglied im Gemeinderat in W. unter Bürgermeister O. Emhardt.

Besonders erinnert an sie die wohl von ihr eingeführte Stern-Singer-Tradition in W., jedes Jahr um den 6. Januar.  W. war bis nach dem Krieg noch rein protestantisch gewesen. Katholische Flüchtlinge bauten sich eine neue Heimat nach dem Krieg als Flüchtlinge in der „Feuerleinstraße“ Richtung Hardt und Oberensingen, an der Strecke der Linie 74 der SSB von Degerloch nach Nürtingen.
Caspar Thumm war 1537 als Dank für erwiesene Hilfe, unterstützt auch von Martin Speidel, Hardt, für Herzog Ulrich, als Sohn von Bürgermeister Konrad Thum(m) und Neffe von Melchior Thumm, Lehrer, zur Zeit von Konrad Thum(b)  von Neuburg, Herzog Ulrichs Erbmarschall, Burgvogt des Hohenneuffen, mit Stadt-Wohnsitz im „Thumben-Palais“,  dem heutigen Kunst-Museum auf dem „Kleinen Schloßplatz in Stuttgart, wo einst Herzog Ulrich bei seiner Jugendfreundin Ursula ein und aus ging, in Wolfschlugen unter den ersten evangelischen Pfarrern im „Ländle“ gewesen, wenn nicht der erste.
So entstand auch früh eine besondere Kirchenmusik-und Bläser-Tradition in W.
Thumm-Nachfahren bekamen noch Generationen später ein Stipendium, für das von Herzog Ulrich für den protestantischen Pfarrer-Nachwuchs 1536 neu gegründete „Evangelische Stift“ in Tübingen, darunter auch Professor Theodor Thumm, dreimal Rektor der Universität Tübingen, der sich mit dem Wappen von Wolfschlugen für die Professoren-Galerie der Universität malen ließ, wie Wilhelm Schickard. Thum(m) sprachwissenschaftlich rückführbar auf lat. tumulus, oder frz. la tombe, „Grab“, nach den „Chorherren zum Heiligen Grab“ des nur durch den Wald entfernten Kloster Denkendorf- „Klein-Jerusalem“, mit seiner drachen- und lilien- und lindenblatt-geschmückten Krypta, gestiftet von Bernhard von Hohenberg-Lindenfels beim Raupenstein, und dem Köngener Schloß der später wieder zum Katholizismus konvertierten Thumb von Neuburg und ihrer Peter und Pauls-Kirche mit dem Dreikönigs-Altar und dem Sternen-Gewölbe im Chor. Seit 25.04.2015 steht nun auch in Denkendorf eine Stauferstele, unterstützt auch durch eine Information von mir an Gerhard Raff, daß Museumsleiter Rolf Deuschle eine Urkunde von Barbarossa entdeckt hatte. Mitglied im Ritterorden ist Bischof Fürst in Rottenburg a.N. mit der Weilerburg der Hohenberger, über Anna Gertrud  von Hohenbergs Heirat mit Rudolf von Habsburg verbunden, Nachfolger der Staufer, dem sie Teile Schwabens  und u.a.  auch Grötzingen und Neuhausen mit in die Ehe brachte.
Herzog Ulrichs Versteck war der zwischen Wolfschlugen, Hardt und Grötzingen gelegene und 1527 „Mittwoch nach Dreikönig“ von Wolfschlugen erworbene „Hohlenstein“ mit dem „Ulrichstein“ und dem Wolfschluger Steinbruch, mit W. verbunden durch den „Hohlweg“ nach Hardt und entlang des „Föllbach“.
Ulrich wurde im „Lichtenstein“-Roman von Hauff  unterstützt vom „Pfeifer von Hardt“, dessen Pendant mit seiner Tradition in der Heimat Herzog Ulrichs  zu finden ist- wo eine weitere Stauferstele deshalb eine ganz besondere Berechtigung hätte. Beachtlich ist heute noch Wolfschlugens Dorf- und Blasmusik- Tradition.
Noch zu Lebzeiten meiner Mama erlebte ich Dr. Jutta Kempf mit ihren Stern-Singern  zu meiner Überraschung auch in der Nürtinger Straße meiner Großeltern und meiner Mutter.

Dr. Jutta Kempfs kreatives 'Wolfschlüger Natur-Kochbüchle', pfiffig illustriert von ihrer Tochter Vera Frey, ist etwas Besonderes. Sie stiftete dafür die leckersten und kreativsten eigenen Rezepte  mit Zutaten aus ihrem 'Rapunzel'- Naturkostladen.  Darunter so Delikates wie Gänseblümchen-Suppe, Bagna Cauda, Fichtensprossen-Bonbons.  Auch alte Wolfschlüger Rezepte -  so ein Wolfschlüger Krautkuchen- und ein Salzkuchen-Rezept,  auch nach Art meiner Großmutter und Mutter, finden sich darin.
Wolfschlugens „Hexenbanner“ waren einst naturheilkundlich landauf landab unterwegs.

Auf Jutta Kempfs liebevoll ausgesuchten Geschenke zu Weihnachten für Rosen-Apotheken-Kunden freute nicht nur ich mich alljährlich, besonders auch über einen bezaubernder Duftkalender.

Vor allem auch wegen ihrer wunderschönen  Patchwork-Arbeiten  besuchte ich den Wolfschlüger Advents-Markt. Sie erinnerten mich an meinen Kanada-Austausch im Studium Mitte der siebziger Jahre, Patchwork ist eine alte Tradition auch in Québec. Noch heute hängen in meiner Küche in der Spemannstr. 7  in Tübingen zwei kleine Patchwork-KunstWerke von Jutta Kempf mit floralen otiven- einem Stiefmütterchen und einer Iris, einst allüberall in W. zu finden. Vom letzten Friedhofs-Gärtner von W., Karl Thumm, erhielt ich als Kind stets Stiefmütterchen geschenkt.  Es 'stiefmütterlte' in W. zu allen Zeiten, schon zur Zeit Herzog Ulrich. An meinem Weg durch W. blühten Iris.

Auguste Eisenlohr, geb. Feuerlein, Pfarrerstochter aus W. mit seinem „clocher franc-comtois“ und alten Rathaus im Stile und Auftrag von Heinrich Schickhardt an Wolfschlüger Steinmetz-Meister, von ihrer jüngeren Freundin Ottilie Wildermuth als ' Blume  und Licht des Ortes' verewigt, Cousine von Auguste Emilie Uhland, und deren Duvernoy-Vorfahren mütterlicherseits aus der Region Montbéliard/Mömpelgard stammten, wo Weißstickerei zu Hause war für den württembergischen Hof, brachte mit ihrer Familie Blumen-Motive nicht nur für den von ihr gesticken Blütenkranz für die Fahne zu Ehren des neuen Schiller-Hains in Marbach a.N. 1838 mit,  sondern auch für die Weiß-Stickerei in W. für den Hof, und auch für Wolfschlugens Meister-Stukkateure für Villen  und selbst katholische Kirchen der Diözese, sowie Blumen in die Bauern-Gärten, wo Blumen noch zur Zeit meiner Mama neben den Nutzpflanzen für den Eigenbedarf  vor allem für den Friedhof und für einen Sonntags-Blumen-Strauß angepflanzt und nicht gekauft wurden.

In der 'Sammlung Domnick', am einstigen Jakobsweg,  durch die Reformation in der Gegend in Vergessenheit geraten,  dem „Sternenweg“ zwischen Degerloch, Denkendorf, Köngen, „Waldhausen“ in W. , „Auf dem Berg, wo der Wolfschluger Wald anfangt' in Mörikes „Stuttgarter Hutzelmännlein“,  Hammetweil, Bebenhausen und Tübingen, ein Weg in Erinnerung gebracht wieder durch die „Blaue Feder“ als „Kompaß“ der Route No 8 des 'AliM'  bzw. des Deutschen Literaturarchivs  im Marbach meines Patenkinds C. Holder, mit meinem hartnäckigen Engagement auf den Rathäusern rund um Nürtingen schlußendlich am 5.05.2012 auch die Umland-Gemeinden Nürtingens einbeziehend, erinnert man sich an Dr. Jutta Kempf  als Musik und Kunst liebenden Geburtstags-Gast.

Mit ihrer kommunikativen Art ging Dr. Jutta Kempf auf die eher schwäbisch zurückhaltenden Wolfschlüger zu. Auch auf mich. Wir seien Nürtinger-Straßen-Nachbarn, antwortete ich auf ihre Frage, durch meine Mama  in der Nürtinger Straße 13-1/Uhlandstraße und deren Cousin  aus dem 'Rössle', Ecke Schulstr. 1. Bis zu dem Platz vor dem Haus ihrer Familie „Am Grünen Weg“ 5, einst im Besitz der Familie meines Schulkameraden  D. Melchinger, seien wir Dorfkinder Rollschuh gefahren. Es stellte sich heraus, daß Dr. Jutta Kempf zu Studienzeiten in Tübingen  gelebt hatte, vis-à-vis meiner Wohnung in der Spemannstr. 7, unweit der Sternwarte an der Waldhäuser  Straße und des Jakobswegs  am „Waldhäuser Hof“ oberhalb von Bebenhausen.
Leider habe ich ihre freundliche Einladung, stets in Zeitnot, unterwegs zwischen W., Grötzingen und Tübingen und retour, nie annehmen können. Das tut mir sehr leid.
                                                                                                                                                                                      
Den wenigsten in W. bekannt waren Jutta Kempfs familäre Beziehungen zu Bischof Wilhelm Kempf im Bistum Limburg, zu dessen Ehren nun im September eine Stauferstele eingeweiht werden soll in Königstein.  Meine ersten Berater-Kollegen 1985, mit denen ich nach meinem zweiten Staatsexamen in Ausbildung war an der Verwaltungshochschule  in Speyer und bei der ZAV in Frankfurt, stammten aus Frankfurt und Limburg. Eine Schulfreundin aus Nürtingen-Neckarhausen lebt und spielt heute Orgel im Königsteiner Ortsteil Falkenstein,  das zum Dekanat von Martin Fedler-Raupp gehört.

Da ich in den letzten Jahren beruflich und pflegebedingt  sehr beansprucht war, habe ich erst per Zufall im Herbst letzten Jahres auf dem Friedhof in W. vom frühen Tod von Dr. Jutta Kempf erfahren am 20.02.2014, ein Jahr nach dem Tod meiner Mama am 10.02.2013. Von Susanne Hihn, Tochter von Alfons Fügel, erfuhr ich, daß sie in zweiter Ehe mit Roland Mack, Schulkamerad von Dr. Gerhard Raff verheiratet war in Weilimdorf. Verwandt mit Helene Luz aus Grötzingen, Schwägerin meines Vaters, war der Pfarrer und frühere Schriftleiter  des Evangelischen Gemeindeblatts Fritz Mack.
                                                    
Dr. Jutta Kempfs Familie hat mein aufrichtiges Mitgefühl.

 

Das Sterben ist nichts als das Eingehen von einer Thür zur andern Seht jetzt schlüpft der Schmetterling aus der Puppe
Ottilie Wildermuth, 1817 Rottenburg-Marbach-Tübingen 1877
zum Tod ihrer Freundin Auguste Eisenlohr, geb. Feuerlein, Pfarrers-Tochter aus W.,                                                                      
1813 Wolfschlugen - Marbach - Nürtingen 1857                       
In „Auguste“: Ein Lebensbild (1865)

Iris Raupp,  Grötzingen - W. – Tübingen, Romanistin und Geographin,
für Familie Else Klara Schäfer, W., u. Walter Georg Raupp, Grötzingen

Großeltern
Rosine Ernstine Schober, 'Vogel-Hof',  u. Paul Schäfer, 'Rössle', W.,
sowie Marie Pauline Künkele, 'Adler' (Familie Ulrichshöhe Hardt, Künkele-Mühle Ermstal)
u. Johannes Raupp, Grötzingen (Wald unterhalb des Ulrichstein und gen Neckarhausen)

Urgroßeltern W.
Elisabeth Katharina Thumm u. Gustav Schober (Post W.)
sowie Ernestina Christina Speidel 8 (Familie „Stick-Speidel“) u. Gustav Adolf Schäfer (Familie „Schäfer-Orgel“bauer)                                                                                                                       (Vorfahren Pfeiferstraße Ortsmitte Hardt)
         
c o p y r i g h t    iris raupp 

Kondolenz

Liebe Jutta!

06.03.2014 um 08:34 Uhr von Hartwig Winkler

Gern denke ich an die Abende und Begegnungen mit Dir im Rahmen des Kokokreises!