Kondolenzen (1)
Sie können das Kondolenzbuch nutzen, um den Angehörigen Ihr Beileid zu bekunden, Ihrer eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen oder um dem Verstorbenen einige letzte Worte des Abschieds mitzugeben.
Kondolenz
Mitgefühl in Form eines Leserbriefs
28.02.2014 um 23:43 Uhr von Bettina MastLiebe Frau Brümmer, lieber Tim,
wir kannten Ihren Mann/Vater als Therapeut unserer Tochter in der Botnanger Praxis. Wir haben ihn als einen engagierten und hilfbereiten Menschen kennengelernt.
Wir kannten Ihren Sohn und seine Behinderung nicht, können aber durch die Behinderung unserer Tochter und anderen Betroffenen nachfühlen was es heisst, wenn man seinem Kind die Schmerzen und Krämpfe nicht abnehmen kann und man keinen Arzt findet der Erleichterung verschaffen kann. Zudem kommen die ganzen Mißlichkeiten die ich in meinem unten angefügten Leserbrief beschrieb.
Meine Tochter Sarina und ich wünsche Ihnen viel Kraft diesen Schicksalschlag zu verarbeiten und hoffe, dass der Tod Ihres Mannes und Sohns zu neuem Denken anstösst und sie nicht umsonst gestorben sind.
Liebe Grüße
Bettina und Sarina Mast
Leserbrief zum Tod von Jürgen Brümmer:
Als Mutter einer 21 jährigen schwerstbehinderten Tochter muß ich der Frau Sauer von der Lebenshilfe
vehement wiedersprechen.
Bei der Betreuung eines Schwerstbehinderten fällt man durch die meisten Maschen des 'Hilfesystems'. Ein Mensch der durch Frühgeburt oder Unfall so schwer geschädigt wurde ist
nicht nur allumfassend auf Handreichungen angewiesen die eine ungelernte Person machen
könnte, sondern braucht wegen spastischen Krämpfen, Schluckbeschwerden, Atemprobleme etc.
hochprofesionelle Hilfe. Familienentlastende Dienste arbeiten jedoch meist aus Kostengründen mitungelernten Freiwilligen die Schwerstpflegebedürftige dann nicht allein pflegen und betreuen dürfen.
Wie kann sich eine Familie dann eine Auszeit nehmen oder nur einen Termin wahrnehmen? Fachkräfte sind, wenn man sie denn für einen gewünschten Termin bekommt, sündhaft teuer.
Auch ambulante Pflegedienste sind meist alleine überfordert und benötigen die Mithilfe der Angehörigen. Zudem wird um Verständnis geworben, dass man die Mitarbeiter nicht zu stark belastet und nur zu normalen Dienstzeiten zu Verfügung sind. Keiner fragt nach Dienstzeiten, Überstunden und zu starke Belastung der Angehörigen. Wir ind immer die letzten in der Kette, die einspringen müssen, wenn man es den anderen nicht mehr zumuten kann.
Ein nächstes Problem ist, dass ein Schwerstpflegebedürftiger im Krankenhaus nicht betreut
werden kann. Aufgrund des engen Personalschlüssels fordert das Pflegepersonal die ganztägige
Betreuung durch Angehörige ein. Wir standen bei einer zusätzlichen Erkankung meinerseits
schon vor der Alternative: entweder trotz Krankheit weiterpflegen oder die dringend benötigte Behandlung abbrechen und nach meiner Gesundung wiederzukommen.
Es ist also nicht eine Frage ob man sich traut um Hilfe zu bitten, sondern ob man jemanden findet,
der einem adäquat helfen kann.
Dabei ist es nicht, wie Herr Dr. Oberle sagt, das 'Umfeld' gefragt, sondern die Politik.
Bei Diskussionen um Medizinethik in der Intensivmedizin, Pränataldiagnostik etc. heisst es immer, dass ein so reiches Land wie Deutschland Schwerstbehinderte nicht 'aussortieren' darf.
Das bedeutet aber, dass man für ein lebenswertes Leben eines Schwerstbehinderten und seinen Angehörigen auch viel Geld in die Hand nehmen muß um professionelle Hilfe anbieten zu können.
Diese Verantwortung und Arbeitsbelastung darf nicht nach der ersten Behandlung im Krankenhaus alleine an die Angehörigen übergehen sondern muß ein Leben lang von der Gesellschaft mitgetragen werden.
Herr Brümmer zerbrach also wahrscheinlich nicht am Schicksal seines Sohnes sondern an den widrigen Verhältnissen. Ich hoffe, dass der Tod von Herrn Brümmer und seinem Sohn nicht umsonst war sondern zum Umdenken anstösst.