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Helmut Gundert

* 10.05.1927
† 22.11.2015
Erstellt von Zeit des Gedenkens
Angelegt am 27.11.2015
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Kondolenzen (1)

Sie können das Kondolenzbuch nutzen, um den Angehörigen Ihr Beileid zu bekunden, Ihrer eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen oder um dem Verstorbenen einige letzte Worte des Abschieds mitzugeben.

Kondolenz

Wie jede Blüte welkt - Stufen, Hermann Hesse, GlasPerlenSpiel

02.12.2015 um 14:53 Uhr von Iris Raupp

30.11.2015

Liebe Angehörige von Dr. Helmut Gundert, 

Dr. Helmut Gundert, aufgewachsen auf der Teeplantage seines Vaters auf Sumatra, der den Untergang der 'Wilhelm Gustloff' erlebt hatte, Verwalter einer Farm in Namibia wurde,  und als evangelischer Christ mit seiner Frau Doris und den Kindern  Heinrich, Ulrich, Karen und Friederike zuletzt in Wolfschlugen lebend, dachte und engagierte sich über Grenzen und Begrenzungen hinweg, seiner Zeit und auch vielen in W. voraus. Wie viele Pioniere fühlte er sich in seiner Umgebung nicht immer verstanden  und unterstützt,  was sein christliches, soziales, und ökologisches Engagement anbetraf.

Unvergessen bleiben wird sein Einsatz für den Aufbau der Projektarbeit bei „Brot für die Welt“ nach dem Krieg, daß er mit Sechzig Geschäftsführer des neuen  Landesverbands für Biologische Landwirtschaft in Baden-Württemberg wurde,  sich in der Friedensbewegung engagiert, daß er schon in den 70er Jahren in W. als Pionier eine thermische Solar-Anlage installierte, für „fair trade“ warb, und auch in W. für seine Ideen, daß er sein Auto zum „Nachbarschafts-Auto“ erklärte, mit seinem „Migrationshintergrund“ einen  kambod-schanischen Asylanten in seinem Haus aufnahm, und seine Frau zuhause pflegte, und die Muscheln auf ihrem Grab. Noch unlängst habe er in jedem Haus mit heruntergelassenen Rolläden geklingelt und nach einer Zweizimmer-Wohnung gefragt für eine von Hartz IV lebende Chinesin, deren Mann verstorben ist.

Als ich im Mitteilungsblatt von Wolfschlugen eher zufällig entdeckte, bei Dr. Helmut Gundert sei seine Biographie erhältlich, habe ich mich sofort zu ihm auf den Weg gemacht in die Reinhardtstraße 33/1. Ich sei die erste und bislang einzige, sagte er und schrieb eine Widmung, 'Stufen'.

Mit Spannung habe ich seine Biographie gelesen. War doch meine Großmutter Rosine Ernstine Schäfer, geb. Schober, in einem Pfarrhaushalt in Calw gewesen, und las u.a. die Blätter der 'Bad Liebenzeller' und 'Basler Mission', für die Berta Schäfer aus der Küferstraße regelmäßig sammelte.  'Henry' Gundert war Schulkamerad meines Bruders Rainer. Seine Schwester „Ike“ ist zeitweilig mit Gerdi Reeb, Tochter des letzten Bäckerei-Mieters meiner Großeltern Anfang der siebziger Jahre zu mir in die Kinderkirche gegangen in Wolfschlugen. Jahrelang hatte ich selber ehrenamtlich Projekt-Berichte für 'Brot für die Welt' in der Stafflenbergstraße in Stuttgart übersetzt ab Mitte der achtziger Jahre, vor allem auch französisch-sprachige aus Afrika. Und bis heute ein Patenschafts-Projekt auf der Insel Flores und eines am Chimborazo Alexander von Humboldts in Ecuador finanziell unterstützt. Sein Sohn „Utz“ sei ihm beruflich bei „Brot für die Welt“ nachgefolgt, hat er mir erzählt. In Tübingen werde ein „Hesse-Kabinett“ am 30.05.2013 eingerichtet, hatte ich ihm noch berichtet. Johannes Hesse, Deutsch-Este, Vater von Hermann Hesse, war in den Verlag von Helmut Gunderts Großvaters Hermann Gundert eingetreten in Calw. Eine Überraschung für Helmut Gundert war, daß Hermann Hesses Haushälterin in Wolfschlugen gewohnt hatte  in der Nachbarschaft des „Stick-Speidel-Hauses“ Rathausgasse 6, und ihr die Gene-ration meiner Mutter den „Puszta-Salat“ verdankte. Fritz Drees und seine Schwester Luise Kley aus dem „Städtle“ meines Vaters  in Grötzingen, bis unlängst Mesnerin in der Grötzinger Kirche mit ihrem Kärntner Kirchturm vis-à-vis von meiner Geburtsstätte „Helenenheim“, erzählten mir noch letztes Weihnachten von ihren Kontakten zu Helmut Gundert. Zum nächsten Weihnachtsfest wollten wir ihn mit weihnachtlichen Gewürzen aus seiner Heimat Indonesien überraschen, Gewürznelken, Muskatnuß, Zimt und weißem Pfeffer, alles Zutaten für die „El(i)senlebkuchen“ meiner Mama.

Helmut Gunderts  Biographie „Mein widerständiges Leben“, sowie seine Kindheitsgeschichte „Til kommt nach Sumatra“, geschrieben von Karl Martin Helbig, Geograph, habe ich in unsere kleine Ausstellung „coolTour um W.“ gelegt. Eine Ausstellung rund um den „clocher franc-comtois“ und das Schickardsche Rathaus von W. (verewigt von Ottilie Wildermuth in 'Schwäbische Pfarrhäuser'), verwoben in die Geschichte von „Hie gut Württemberg alleWege', Geschichte- Herzog Ulrichs, liiert mit Ursula Thumb von Neuburg in der Zeit von Konrad Thum(b) von Neuburg, in Köngen und auf dem Hohenneuffen, Vormund und Erbmarschall Ulrichs, und in der Zeit von Konrad Thum(m), Bürgermeister in W. (lat. „tumulus“/ frz. „tombe“ – W. war nur durch den Wald getrennt von Köngen und Denkendorf, Stift der „Chorherren vom Heiligen Grab“), und verwoben in die Anfänge der Reformation unter Herzog Ulrich und die „Sage“ um den Ulrich-Stein im Unterhardtwald von W. und den „Pfeifer von Hardt“, mit Spuren in Herzog Ulrichs heute französischer Heimat im Elsaß, die aufgrund der Kriege und Sprachbarriere in Vergessenheit geraten sind), am .05.-22.05.2012, anläßlich der Eröffnung von Route No 8 mit der 'Blauen Feder' als WegZeichen und Kompaß von 'Per Pedal zur Poesie' des „DLA“ Marbach a.N.,  an der ich für die Nürtinger Umlandgemeinden mitgearbeitet habe. Sehr gefreut hat mich zudem, daß Helmut Gundert auch zu meinen Veranstaltungen kam zur Familie Feuerlein-Duvernoy/Eisenlohr am 15.11.2012 und am 24.03.2013 nach dem Tod meiner Mama, Else Raupp, geb. Schäfer, mit ihren Schäfer-Vorfahren aus der Pfeiferstraße Ortsmitte Hardt (unweit des Wäldchens der Grötzinger Künkele- und Raupp-Vorfahren meines Vaters Walter Georg Raupp, unterhalb des Ulrich-Stein, am alten Weg zum Grötzinger Silbersand-Steinbruch vom Aichtal her), anläßlich des 200. Geburtstages von Auguste Eisenlohr, geb. Feuerlein, Pfarrerstochter aus W., „Licht und Blume des Ortes“, Veranstaltungen, die auch Waltraut Hötzel vom Stickerei-Museum, das Rathaus mit dem neuen Bürgermeister M. Ruckh und viele aus der ev. Kirchengemeinde unterstützten.

 

Mein Mitgefühl für Sie und Familie sowie die besten Wünsche meiner Familie in Wolfschlugen und Grötzingen

 

Das Sterben ist nichts

als das Eingehen von einer Tür zur andern.

Seht, jetzt schlüpft der Schmetterling aus der Puppe.

So Ottilie Wildermuth zum Tod ihrer Freundin Auguste Eisenlohr, geb. Feuerlein, 1857, Pfarrerstochter aus Wolfschlugen

 

Iris Raupp

Geographin und Romanistin

Grötzingen – W. -  Tübingen

Hie gut Württemberg alleWege

 

Großeltern in W 

Paul Schäfer, 'Rössle' (Eltern Gustav Adolf Schäfer,  aus der Familie der Orgelbauer-Sippe Schäfer, W., und Dr. G. Schäfer, Hardt, Landeskirchliches Archiv; sowie Ernestina Christina Speidel, Familie des „Stick-Speidel“); und Rosine Ernstine Schober, 'Vogelhof' (Eltern Gustav Schober, Württ. Post; Elisabeth Katharina Thum(m) aus der Familie von Konrad Thum(m) u. Prof. Theodor Thum(m), ev. Theologe Hospitalkirche Stuttgart und Stiftskirche St. Georg Tübingen)

Großeltern in Grötzingen im Aichtal

Marie Pauline Künkele, 'Adler' (Künkele-Besitz früher auch Ulrichshöhe in Hardt, bis heute Künkele-Mühle im Ermstal und Schapfen-Mühle in Ulm, sowie Heimatmuseum Annweiler u.d. Trifels mit Wassermühle);   und Johannes Raup(p,) 'Sternen' (Vorfahren Kyrburg/ Nahe-Tal, Auswanderer Böhmen, Kärnten, Baltikum, Frankreich, NL, USA, Brasilien)  

 

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